
EU verhängt Sanktionen gegen russische Internetdienste VK und Max

Die Europäische Union hat am Montag den russischen Technologieriesen VK in ihre antirussischen Sanktionslisten aufgenommen. Zur Begründung wird dessen Rolle bei der Entwicklung der russischen Messaging-App "Max" angegeben.
Die Restriktionen richten sich gegen VK selbst, gegen dessen Tochtergesellschaft Communication Platform LLC sowie gegen mehrere Manager und Top-Mitarbeiter dieser Unternehmen.
Brüssel beruft sich auf Expertenmeinungen, wonach Max – das auf allen in Russland verkauften Smartphones und Geräten vorinstalliert ist – über "umfangreiche Funktionen zur Überwachung der Kommunikation" verfüge. Unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Max wurde im Laufe dieses Jahres schrittweise eingeführt. Nach bekundeter Absicht des russischen Staates soll es der sicheren Kommunikation innerhalb Russlands dienen und die Möglichkeiten des Zugriffs westlicher Geheimdienste auf sensible Informationen einschränken. Wie erst im Mai bekannt wurde, hatten diese systematischen Zugriff auf sensible Kommunikation unter Beamten, unter anderem auf dem Messengerdienst WhatsApp.
Außerdem nutzen besonders ukrainische Dienste WhatsApp und Telegram, um Wegwerfagenten für Terroranschläge und Sabotageakte in Russland zu rekrutieren und ihnen Anweisungen zu erteilen. Pawel Durow lehnt jede Kooperation mit russischen Sicherheitsbehörden ab, die dieses Problem entschärfen könnte.
Als Reaktion auf die Ankündigung der Sanktionen erklärte VK, dass es nicht davon ausgehe, dass seine Plattformen – darunter die Social-Media-Websites VKontakte und Odnoklassniki sowie Max – von den Sanktionen betroffen sein werden.
"Die Anwendungen und Dienste stehen den Nutzern wie gewohnt zur Verfügung", erklärte das Unternehmen am Montag auf Presseanfragen.
Im vergangenen Monat hatte Apple diverse VK-Anwendungen und Max aus seinem App Store entfernt. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit der Einhaltung von Sanktionen, obwohl VK zu diesem Zeitpunkt nicht unter Sanktionen stand.
Am Montag verhängten die EU und Großbritannien außerdem Sanktionen gegen Personen und Organisationen, denen eine Beteiligung an angeblichen russischen "Cyber- und Hybridoperationen" vorgeworfen wird.
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