Deutschland

Berliner Polizei: 40 Prozent der Bewerber scheitern am Deutschtest

Bei der Berliner Polizei bleibt der notwendige Deutschtest für viele Bewerber weiterhin eine unüberwindbare Hürde im Einstellungstest. Rund 40 Prozent fallen demnach laut neuesten Zahlen beim Diktat durch.
Berliner Polizei: 40 Prozent der Bewerber scheitern am Deutschtest© Urheberrechtlich geschützt

Die Hauptstadtpolizei muss sich weiterhin der Realität von zu wenig geeigneten Bewerbern stellen. Laut Medienberichten konnten aktuell rund 300 Ausbildungsplätze im vergangenen Jahr mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres nicht mit geeigneten Kandidaten besetzt werden. Ein Viertel der Ausbildungsplätze blieb damit unbesetzt. Weiterhin gilt demnach als größte Herausforderung im Bewerbungsverfahren das Deutschdiktat.

Die Voraussetzung für eine Bewerbung bei der Berliner Polizei lautet, dass der oder die Interessierte "Deutsche oder Deutscher im Sinne des Artikel 116 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland oder Staatsangehörige bzw. Staatsangehöriger eines Mitgliedslandes der Europäischen Union" ist. Die Pressestelle musste nun am Dienstag gegenüber den Medien "darauf aufmerksam machen, dass die Polizei weiterhin Schwierigkeiten hat, geeigneten Nachwuchs zu finden", so der rbb berichtend

Laut Erklärung von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel würden dabei die Bewerbungszahlen nicht das eigentliche Problem darstellen, sondern die weiterhin hohe Quote an Ausfällen im Anschluss an das Bewerbungsverfahren. Slowik Meisel gab zu Protokoll:

"Wir stehen in einem wirklich harten Wettbewerb um geeignete Bewerberinnen und Bewerber – die Betonung liegt auf geeignet."

Die rbb-Redaktion konnte in Erfahrung bringen, dass im vergangenen Jahr "bei 1.224 Ausbildungsplätzen nur 936 Nachwuchskräfte eingestellt" worden waren. Beworben hatten sich demnach im ersten Schritt zur Ausbildung "über zehn Mal so viele, wie aus Zahlen hervorgeht", die rbb24 vorliegen. Die Zahl der unbesetzten Stellen war dabei im vergangenen Jahr "nochmal deutlich höher" als im Jahr 2024. Bereits zu Jahresbeginn lautete die Kritik der Polizeipräsidentin hinsichtlich der Realitäten:

"Wir haben ein ganz erhebliches Problem der Deutschkenntnisse, ganz unabhängig von der Nationalität. Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen."

So würden sehr viele Bewerber bereits schon bei den heutzutage erforderlichen Computertests durchfallen "und das liege zu 80 Prozent an den Deutschkenntnissen".

Die Polizei habe dabei weiterhin "hohe Anforderungen, die sich nicht senken könne", stellt die Präsidentin die Sachlage dar. Die Einstellungsphase würde dabei zeigen, dass vor allem "der Deutschtest, mit Diktat und Grammatikteil, ein großes Problem bleibt". So würden hierbei schon 40 Prozent der Bewerbungskandidaten daran scheitern "und das obwohl die Polizei längst Übungsdiktate auf Youtube hochlädt und mit weiteren Social-Media-Clips auf die mehrstufige Aufnahmeprüfung vorbereitet", erläutert Slowik Meisel gegenüber dem Sender.

Sprache sei dabei in der täglichen Arbeit auf der Straße und auf den Revieren elementarer Bestandteil des Polizeiberufs:

"Wir müssen Tag für Tag unsere polizeilichen Maßnahmen erklären, wir müssen selbst verstanden haben – auch die jungen Anwärter – was ist meine rechtliche Grundlage und die dem Bürger erklären."

Das vorliegende und sich dynamisierende Problem mangelhafter Deutschkenntnisse beobachte die Polizei dabei laut der Polizeipräsidentin "unabhängig von der Nationalität der Bewerber". 

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