
Gasspeicher werden bis Herbst nicht mehr voll

Aktuell ist der Füllstand der deutschen Gasspeicher mit 53 Prozent niedriger, als er Anfang September in den vergangenen 15 Jahren war. Und das, obwohl die Bedeutung der Gasspeicher seit dem Verzicht auf russisches Erdgas deutlich gestiegen ist, da das alte Liefervolumen durch Lieferungen aus Norwegen und LNG zusammengenommen nie wieder erreicht wurde.
Im letzten Jahr lag der Stand zu diesem Zeitpunkt bei 71 Prozent. Am 1. November sollen die Gasspeicher, so die gesetzliche Vorgabe, zu 80 Prozent gefüllt sein. Dieser Wert ist technisch bereits nicht mehr zu erreichen – da liegt das Maximum bei 77 Prozent.

Für einen milden Winter wäre das genug. Aber dafür gibt es keine Garantie – dieses Jahr ist im Pazifik El Niño, eine Strömung, die das Wetter stark beeinflusst, besonders stark, und es gibt Wissenschaftler, die erwarten, dass dadurch zwar der Winteranfang relativ mild, die Zeit ab Januar aber sehr kalt wird.
Dank des US-Krieges gegenden Iran, der dazu führt, dass die LNG-Lieferungen aus Katar ausfallen, die etwa 18 Prozent des weltweiten Angebots ausmachen, sind die Gaspreise im Verlauf dieses Jahres deutlich gestiegen und stehen derzeit auf dem höchsten Stand seit 2022. Das hatte zur Folge, dass das Interesse der Gasanbieter, die Speicher zu füllen, gering ist, da üblicherweise eine Preisdifferenz zwischen Sommer und Winter der Anreiz zur Füllung war. Derzeit scheinen sie darauf zu spekulieren, dass letztlich im November dann die Bundesregierung jeden Preis zahlt, um die erforderliche Füllung doch noch zu erreichen. Aktuell sieht die Regierung keinen Grund zum Eingreifen. Ob sie den im November sehen wird, ist offen.
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