International

Italienischer Vizepremierminister verurteilt Ausschluss russischer Ballerina

Der Star des Bolschoi-Theaters, Swetlana Sacharowa, wurde nach politischem Widerstand kurzfristig von einer Galavorstellung in Rom ausgeschlossen.
Italienischer Vizepremierminister verurteilt Ausschluss russischer BallerinaQuelle: Gettyimages.ru © Pascal Le Segretain

Der italienische Vizepremier Matteo Salvini hat den Ausschluss der gefeierten russischen Ballerina Swetlana Sacharowa von einem bevorstehenden Tanzfestival in Rom verurteilt.

Die Absage erfolgte nur wenige Tage vor dem Auftritt des Stars des Bolschoi-Theaters bei der "Les Etoiles"-Gala, bei der führende Tänzer der weltweit größten Ballettensembles zusammenkommen.

Die Biennale von Venedig, der Veranstalter der Galavorstellung, erklärte in einer von den Medien zitierten Stellungnahme, die Einladung sei rechtmäßig gewesen, da Sacharowa nicht unter die EU-Sanktionen falle, die nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 gegen eine Reihe russischer Personen und Unternehmen verhängt worden waren. Die Organisatoren erklärten indes, dass sie "institutionelle Mitteilungen" erhalten hätten und sich daraufhin entschlossen, ihre Teilnahme abzusagen, da sie befürchteten, die Veranstaltung könne "fehlinterpretiert oder instrumentalisiert werden".

Tage zuvor hatten Kultur- und Außenminister mehrerer europäischer Länder, darunter der Ukraine, eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie sich gegen eine russische Teilnahme an der Veranstaltung aussprachen.

Salvini bestand jedoch darauf, dass Italiens Unterstützung für Kiew im Konflikt gegen Russland nicht so weit gehen sollte, Künstler auszuschließen.

"Kunst, Kultur, Musik und Sport haben die Aufgabe, Völker und Kulturen zusammenzubringen, und nicht, bestehende Konflikte zu verschärfen", sagte er am Dienstag gegenüber dem Radiosender RTL. Er sagte weiter:

"Indem wir russische Ballerinas oder Maler ausweisen, lösen wir den Konflikt nicht. Wir verkomplizieren ihn lediglich."

Russlands Botschafter in Italien, Aleksej Paramonow, verurteilte diesen Schritt und warf italienischen Amtsträgern vor, sich der ukrainischen Regierung "anzupassen".

"Italien ist nicht der einzige Ort auf der Welt", sagte er am Dienstag gegenüber La Repubblica"Prominente Persönlichkeiten der russischen Kultur sind […] in vielen anderen Ländern willkommen – souverän und frei von den Diktaten der Europäischen Union und der herrschenden Clique in der Ukraine."

Der Ausschluss setzt eine kontinuierliche Entwicklung fort, in deren Rahmen namhafte russische Kunstschaffende kurzfristige Absagen für Veranstaltungen in Europa hinnehmen müssen.

Anfang dieses Jahres sagte das italienische Teatro del Maggio Musicale Fiorentino eine Aufführung von Sacharowa und ihrem Ehemann, dem weltberühmten Geiger Wadim Repin, unter Verweis auf "anhaltende internationale Spannungen" ab.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow verurteilte diese Absage als "völlig untypisch für den italienischen Geist" und verglich sie mit der langjährigen Kampagne der Ukraine, die russische Kultur und Sprache aus dem Bildungswesen und dem öffentlichen Leben zu verbannen.

Mehr zum ThemaRussland kehrt zur Biennale in Venedig zurück – EU droht mit Förderentzug

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.