Liveticker Iran-Krieg – Teheran beschuldigt US-Marine, zivile Boote attackiert zu haben

5.05.2026 11:22 Uhr
11:22 Uhr
Trump: "Mini-Krieg" mit Iran "verläuft sehr prächtig"
Der US-Präsident Donald Trump hat sich am Montag während eines Gipfeltreffens für Kleinunternehmen im Weißen Haus zum völkerrechtswidrigen Iran-Krieg geäußert.
Er nannte den Iran-Krieg einen nötigen, aber beim Erhöhen des US-Wohlstands "kleinen Umweg", der von ihm gemacht werden musste, weil "wir nicht zulassen können, dass sie [die Iraner] eine Atomwaffe bekommen, sonst bekommt man Probleme, wie sie sich niemand auch nur vorstellen kann".
10:57 Uhr
Teheran beschuldigt US-Marine, zivile Boote attackiert zu haben
Meldungen iranischer Staatsmedien berichten über Vorwürfe Teherans, wonach es sich bei den iranischen Schnellbooten, die das US-Militär nach eigenen Angaben am Montag angegriffen habe, "nicht um Schiffe der Revolutionsgarden handelte, sondern um zivile Boote, die Güter und Passagiere beförderten", zitiert Al Jazeera. Demnach seien bei den US-Angriffen "fünf unschuldige Menschen ums Leben gekommen".
Eine Reuters-Meldung berichtet zu den Ereignissen und bestätigt, dass laut Angaben der US-Marine am Montag "sechs kleine iranische Militärboote zerstört wurden".
The US military said it destroyed six Iranian small boats and intercepted Iranian cruise missiles and drones as Tehran sought to thwart a new US naval effort to open shipping through the Strait of Hormuz https://t.co/092VOYndxTpic.twitter.com/zdELcR5C1T
— Reuters (@Reuters) May 5, 2026Ein Militärsprecher teilte der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit, dass die iranischen Behörden nach den US-Berichten eine Untersuchung durchgeführt hätten, bei der festgestellt worden sei, dass US-Streitkräfte unter anderem "zwei kleine Frachtboote mit Zivilisten an Bord angegriffen und beschossen hätten, die sich von Chasab an der Küste Omans in Richtung der iranischen Küste bewegten".
Das US-CENTCOM bestätigte am Montag, dass US-Streitkräfte iranische Kleinboote angegriffen hätten, wobei "Sea-Hawk- und Apache-Kampfhubschrauber eingesetzt wurden, um iranische Kleinboote zu zerstören, die die Handelsschifffahrt bedrohten".
10:27 Uhr
Reuters: Laut US-Geheimdienstinformationen nur "begrenzte neue Schäden" am Atomprogramm Irans
US-Geheimdienstinformationen deuten laut einem "exklusiven" Reuters-Beitrag auf "begrenzte neue Schäden" am iranischen Atomprogramm hin. Drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen hätten gegenüber Reuters erklärt, aktuelle Einschätzungen der US-Geheimdienste deuteten darauf hin, dass sich "die Zeit, die Iran für den Bau einer Atomwaffe benötigen würde, seit dem vergangenen Sommer nicht verändert" habe.
Der Artikel verweist darauf, dass US-Analysten im Vorjahr davon ausgingen, der Angriff der USA und Israels im Juni 2025 habe "den Zeitplan um bis zu ein Jahr nach hinten verschoben", so die Darstellung der Reuters-Redaktion. Weiter heißt es zu aktuellen Bewertungen:
"Die Einschätzungen zum Atomprogramm Teherans bleiben weitgehend unverändert, selbst nach zwei Monaten eines Krieges, den US-Präsident Donald Trump unter anderem begonnen hat, um die Islamische Republik daran zu hindern, eine Atombombe zu entwickeln."
US-Beamte aus dem Umfeld der Trump-Regierung, darunter explizit US-Präsident Donald Trump selbst, führen seit Beginn des provozierten Iran-Kriegs am 28. Februar immer wieder die Notwendigkeit an, das iranische Atomprogramm zerschlagen zu wollen, und bezeichnen dies als ein zentrales Ziel des Krieges.
Trump erklärte dazu gestern vor Journalisten:
"Wir mussten diesen kleinen Einsatz im Iran durchführen. Es hat sich gelohnt, um diese Verrückten loszuwerden, die über Atomwaffen verfügen, mit denen sie ganze Länder auf Knopfdruck auslöschen könnten. Das hätte schon vor 47 Jahren geschehen müssen, aber ich bin sehr stolz darauf, dass wir es getan haben."
PRESIDENT TRUMP: We had to do this little excursion in Iran. It was worth it to get rid of lunatics that would have nuclear weapons that can wipe out countries with the push of a button.It should’ve been done a long time ago, but I'm very proud to be doing it. pic.twitter.com/pI0EP4heEv
— Department of State (@StateDept) May 4, 202610:03 Uhr
Abu Dhabi beschuldigt Teheran des "Terroranschlags" auf Handelsschiffe
Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) äußerte sich in einer Mitteilung zu den gestrigen Ereignissen, ohne jedoch auf vermeintliche Raketenangriffe seitens Irans Bezug zu nehmen. So heißt es:
"Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den iranischen Terroranschlag, bei dem zwei Drohnen auf ein der ADNOC angehörendes Schiff der nationalen Reederei abgefeuert wurden, während dieses die Straße von Hormus durchquerte, scharf verurteilt und angeprangert. Es wurden keine Verletzten gemeldet."
Die politische Führung in Abu Dhabi forderte zudem, dass Iran "diese unprovozierten Angriffe einstellen, sich uneingeschränkt zu einer sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten verpflichten und die Straße von Hormus vollständig und bedingungslos wieder öffnen" müsse.
Laut Al Jazeera erklärte das Außenministerium der VAE in einer weiteren Stellungnahme, "es behalte sich das Recht auf eine Reaktion vor, während Iran erklärte, keinen vorsätzlichen Plan zu haben, die VAE anzugreifen". Dies bezieht sich auf einen gemeldeten Angriff auf die Erdölanlage in der Hafenstadt Fujairah, bei dem laut Agenturmeldungen drei indische Staatsangehörige verletzt wurden.
09:25 Uhr
Washingtons beharrt auf Besitz von "Trumpfkarten"
Das Weiße Haus präsentiert in Rücksprache mit dem US-Präsidenten erneut den bisherigen Kriegsverlauf in Form eines Kartenspiels. Nach gestrigen Abbildungen von Trump mit Uno-Spielkarten und dem Verweis "Ich habe alle Trümpfe" veröffentlichte das Social-Media-Team erneut einen Beitrag mit der Botschaft:
"Die Rechnung ist einfach. Präsident Trump hat alle Trümpfe in der Hand."
Diesmal jedoch ohne Abbildung von Spielkarten, sondern mit einer bildlichen Darstellung militärischer Erfolge, unter anderem der Ermordung von Irans oberstem Führer Ali Chamenei.
The math is simple. President Trump holds all the cards. pic.twitter.com/5Ko2s8CLo6
— The White House (@WhiteHouse) May 4, 2026Eine weitere gestrige Veröffentlichung zeigt den US-Präsidenten als im Hollywood-Stil inszenierten Weltbeschützer.
In a galaxy that demands strength - America stands ready.This is the way. May the 4th be with you. pic.twitter.com/S8dOKOVd5P
— The White House (@WhiteHouse) May 4, 202609:06 Uhr
Feuer auf südkoreanischem Schiff in Straße von Hormus gelöscht
Die britische Behörde für Seeverkehrssicherheit (UKMTO) informierte zu Wochenbeginn über einen Vorfall 14 Seemeilen westlich von Mina Saqr in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Das unter südkoreanischer Flagge fahrende Schiff stand laut Meldungen in Flammen. Schiffe in der unmittelbaren Umgebung wurden aufgefordert, einen Sicherheitsabstand einzuhalten.
Ausgehend von einer bis dato ungeklärten Explosion ist der Brand mittlerweile gelöscht. Die 26-köpfige Besatzung habe insgesamt vier Stunden benötigt, um die Flammen zu löschen, berichtete Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Vertreter der südkoreanischen Reederei HMM Co. Es gab demnach weder Tote noch Verletzte.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor auf Truth Social direkt Teheran beschuldigt, das südkoreanische Frachtschiff beschossen zu haben. Dies wurde weder von der Reederei noch durch Medienberichte bislang bestätigt.
08:44 Uhr
Berlin attackiert Teheran als politischen "Geiselnehmer" und formuliert Forderungen
Das Regierungsviertel in Berlin schaltet sich in die stockenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran ein und ermahnt auf X direkt die politische Führung in Teheran.
In einem mehrteiligen Beitrag veröffentlicht das Kanzleramt am gestrigen Abend mehrere Forderungen vor dem Hintergrund ungeklärter Drohnen- und Raketenereignisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese werden seitens Berlins als Angriffe der iranischen Armee "aufs Schärfste verurteilt". Weiter heißt es:
"Teheran muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufhören, die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen: Die Blockade der Straße von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen. Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben."
Tehran must return to the negotiating table and stop holding the region and the world hostage: The blockade of the Strait of Hormuz must end. Tehran must not acquire a nuclear weapon. There must be no further threats or attacks against our partners.
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) May 4, 202608:30 Uhr
Araghtschi: "Projekt Freedom" gleichbedeutend mit Stillstand in Verhandlungen
Zu Wochenbeginn kündigte US-Präsident Donald Trump die als "Projekt Freedom" bezeichnete Maßnahme des US-Militärs an, die geplante militärische Begleitung von festgesetzten Handelsschiffen in der Straße von Hormus.
Teheran protestierte umgehend gegen die jüngste Ankündigung Washingtons. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte dazu am späten Montagabend, dass dieses Vorgehen möglichen Konsultationen schade, und schrieb auf X, auch unter Bezug auf die gestrigen Explosionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten:
"Die Ereignisse in Hormus machen deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gibt. Da die Gespräche dank der großzügigen Bemühungen Pakistans Fortschritte machen, sollten die USA darauf achten, nicht erneut von böswilligen Kräften in einen Sumpf hineingezogen zu werden. Das Gleiche gilt für die Vereinigten Arabischen Emirate."
Events in Hormuz make clear that there's no military solution to a political crisis.As talks are making progress with Pakistan's gracious effort, the U.S. should be wary of being dragged back into quagmire by ill-wishers. So should the UAE.Project Freedom is Project Deadlock.
— Seyed Abbas Araghchi (@araghchi) May 4, 2026Abschließend heißt es:
"Das 'Projekt Freedom' ist ein 'Projekt Stillstand'."
4.05.2026 21:22 Uhr
21:22 Uhr
Iran: Kein Angriff auf die Vereinigten Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, es habe einen iranischen Angriff mit Drohnen und Raketen gegeben, bei dem auch ein Brand in den Erdölanlagen in Fujairah ausgebrochen sei. Ein Großteil der Drohnen sei von einem israelischen Luftabwehrsystem abgefangen worden.
Bei den Angriffen seien drei indische Arbeitskräfte verletzt worden. Das Außenministerium der Emirate bezeichnete dies als "gefährliche Eskalation" und erklärte, man behalte sich das "volle und legitime Recht" vor, auf die Angriffe zu reagieren.
Die Schulen in den Emiraten kehren wieder zum Fernunterricht zurück, wie bereits vor dem Waffenstillstand. Auch der Golfkooperationsrat verurteilte die Angriffe.
Iran erklärte jedoch auch in diesem Fall, keinen Angriff durchgeführt zu haben. Gegenüber dem iranischen Staatssender IRIB sagte ein führender Offizier: "Iran hat keine Pläne, die Emirate ins Visier zu nehmen."
Damit bleibt weiterhin völlig unklar, ob etwas geschehen ist – und wenn ja, was.
21:00 Uhr
USA und Golfstaaten arbeiten an neuer Sicherheitsratsresolution
Der UN-Botschafter der Vereinigten Staaten, Mike Waltz, erklärte, die USA arbeiteten gemeinsam mit den Golfstaaten an einem neuen Entwurf für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Diese werde Iran für die Sperrung der Straße von Hormus als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe verurteilen, sagte er.
Der Entwurf werde Iran voraussichtlich auffordern, Angriffe auf Schiffe, Versuche, Durchfahrtgebühren zu erheben, sowie die Platzierung von Minen zu unterlassen.
Der Resolutionsentwurf richte sich laut Waltz vor allem gegen "das Verminen internationaler Wasserstraßen und die Erhebung von Gebühren, von denen alle Volkswirtschaften der Welt betroffen sind, insbesondere jene in Asien".
Ein anderer Resolutionsentwurf, der ebenfalls vor allem Iran verurteilen sollte, scheiterte im vergangenen Monat am Veto Russlands und Chinas. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser Entwurf ein anderes Schicksal nehmen wird.
Iran argumentiert in diesem Zusammenhang damit, dass es die UN-Seerechtskonvention nie unterzeichnet habe. Wird diese nicht angewendet, grenzen bei einer Breite von 24 Seemeilen zwei Hoheitsgebiete unmittelbar aneinander. Eine freie Durchfahrt ist in diesem Fall nur unter Berufung auf Gewohnheitsrecht möglich.
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